Mit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007, novelliert 2009 und 2014) werden Hauseigentümer zur Ausstellung eines Energieausweises bei Vermietung, Verkauf oder Modernisierung ihrer Immobile verpflichtet. Demnach muss für Wohngebäude ab 01.01.2009 ein Energieausweis vorliegen.

Bei einem Verkauf oder einer Vermietung von Immobilien müssen in allen kommerziellen Immobilienanzeigen seit dem 01.05.2014 bestimmte Pflichtangaben zu den energetischen Kennwerten gemacht werden, sofern ein Energieausweis vorliegt. Liegt noch kein Energieausweis vor, ist ein Verzicht auf die Angabe der energetischen Kennwerte in der Anzeige möglich. Eine Vorlagepflicht des Ausweises besteht jedoch spätestens zur Besichtigung.

 

Beim Energieausweis unterscheidet man
zwischen zwei Ausstellungstypen:
 

Dem verbrauchs- und dem bedarfsbasierten Energieausweis. Wenn keine Modernisierungsmaßnahmen geplant sind, kann zwischen verbrauchs- und den bedarfsbasierten Energieausweis frei gewählt werden. 

Für Wohngebäude mit Bauantrag nach 1977 oder mehr als 4 Wohneinheiten haben Sie die Wahl zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis.

Für Wohngebäude mit Bauantrag vor 1977 und weniger als 4 Wohneinheiten benötigen Sie den Bedarfsausweis.

Der bedarfsorientierte Energieausweis wird zwingend erforderlich bei energetisch unsanierten Gebäuden bis zu 4 Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde sowie bei geplanten Änderungen/energetischen Sanierungen, wenn infolge bereits erfolgter energetischer Sanierungsmaßnahmen oder Heizungsaustausch keine zusammenhängenden Jahresverbräuche für den Zeitraum von drei Jahren vorliegen.

Jeder Energieausweis, egal ob verbrauchs- oder bedarfsbasiert, ist 10 Jahre gültig!

 

Der verbrauchsbasierte Energieausweis
für Wohngebäude:
 

Grundlage für den Verbrauchsausweis sind die Energieverbräuche aus einem Zeitraum von mindestens drei zusammenhängenden Jahren. Dabei wird der Energieverbrauchskennwert des Gebäudes ermittelt.
Der Energieausweis, den Sie erhalten, umfasst immer 5 Seiten und kann, je nach Umfang der Modernisierungsempfehlungen bzw. der Anzahl der zu erfassenden Energieverbräuche, durch 2 weitere Seiten ergänzt werden.

Dieses ist die gesetzliche Anforderung an die Ausstellungsform der Energieausweise sowohl für den bedarfsorientierten, als auch den verbrauchsorientierten Energieausweis.

Seite 1:

Angaben zum Gebäude, z.B.: Gebäudetyp, Adresse, Baujahr, Anzahl der Wohnungen, Gebäudenutzfläche, Anlass der Ausstellung, Foto des Gebäudes (optional), Angaben zur Ausstellungsgrundlage: berechneter Energiebedarf oder erfasster Energieverbrauch (auch beides möglich), Gültigkeitsdauer, Angaben zum Aussteller.

Seite 2:

Darstellung des berechneten Energiebedarfs und Vergleichswerte für den Endenergiebedarf. Angaben über den Einsatz alternativer Energieversorgungssysteme erfolgen nur beim Bedarfsausweis.

Seite 3:

Darstellung des erfassten Energieverbrauchs, Vergleichswerte für den Endenergiebedarf; die Verbrauchswerte können auch zusätzlich zu Seite 2 angegeben werden.

Seite 4: 

 Erläuterung der verwendeten Begriffe.

Seite 5: 

Empfehlungen zur kostengünstigen Modernisierung, ein beispielhafter Variantenvergleich ist optional möglich. Dieses sind begleitende Empfehlungen in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen, ohne die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen. Sie ersetzen daher keine detaillierte Energieberatung! Es besteht zudem keine Verpflichtung zur Umsetzung der Maßnahmen. Sind keine Modernisierungsempfehlungen möglich, wird dies ebenfalls festgehalten. Dieses kann z.B. bei neueren Gebäuden oder Altbauten, bei denen schon umfangreichere Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt wurden, der Fall sein.

 

Der bedarfsbasierte Energieausweis
für Wohngebäude:

 

Grundlage bei dem bedarfsbasierten Energieausweis ist die Qualität der Gebäudehülle und die der vorhandenen Anlagentechnik, wobei die Ermittlung des Energiebedarfs hier analog wie eines Wärmeschutznachweises für einen Neubau erfolgt.

Das Nutzerverhalten bleibt hierbei im Gegensatz zum verbrauchsorientierten Energieausweis außen vor, wodurch ein direkter Vergleich von Gebäuden möglich wird. Die Betrachtung von Modernisierungsvarianten gibt zudem Aufschluss über die möglichen Energieeinsparungspotentiale. Bei Gebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten und einem Baujahr vor dem 11. August 1977 ist nach Ablauf der Übergangsfrist zum 1. Oktober 2008 der bedarfsbasierte Energieausweis Pflicht. Ausgenommen hiervon sind jene Gebäude, die aufgrund von nachträglicher Modernisierung das Wärmeschutzniveau der ersten Wärmeschutzverordnung von 1978 nachweislich erfüllen. Ebenfalls ausgenommen von der Energieausweispflicht sind Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen oder Teil eines denkmalgeschützten Ensembles sind.

Gerne erstelle ich ihnen ein Angebot für die Ausstellung eines bedarfsbasierten Energieausweises, dieser wird dann von unserem Partneringenieurbüro für Sie erstellt.

 

Hinweis:
 

Der Energieausweis wird grundsätzlich für das gesamte Gebäude ausgestellt. Ausnahmen gibt es nur für Wohngebäude, bei denen ein nicht unerheblicher Teil nicht für Wohnzwecke oder wohnähnliche Zwecke (z.B.: Gewerbeflächen, Ladengeschäfte, Büros o.ä.) genutzt wird. In diesen Fällen ist je ein Energieausweis für den Wohngebäudeteil und für den Nichtwohngebäudeteil zu erstellen.

Aber Vorsicht! Bitte achten Sie bei der Vergabe zur Erstellung von Energieausweisen darauf, dass ein gültiger Energieausweis, wie teilweise im Internet suggeriert, nicht per Internetformular schon für nur wenige Euro zu erhalten ist. Hinter den scheinbaren Schnäppchen verbergen sich häufig "Mogelpackungen", warnt die Deutsche Sachverständigen Gesellschaft mbH. Vielfach entsprechen die Angebote nicht der Energiesparverordnung (EnEV 2014). Die Folge: Die ausgestellten Ausweise sind ungültig. Die günstigen Preise stützen sich zumeist auf die Angaben des Auftraggebers in einem Internetfragebogen. Eine direkte Prüfung vor Ort findet häufig nicht statt.

Das Gesetz schreibt hingegen die Prüfung der Angaben zum Energieverbrauch oder zu den Gebäudemaßen zwingend vor. Auch fehlen bei den Internet-Schnäppchen häufig die individuellen Modernisierungsempfehlungen, die für die Gültigkeit des Energieausweises ebenso entscheidend sind.

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